Wer einmal Mist baut, dem glaubt man nicht. Dieses etwas abgewandelte Sprichwort trifft perfekt auf Videospiele zu. Seit dem letzten Jahr kamen einige Spiele auf den Markt, die dem Einzelspieler ein großartiges Spielerlebnis boten. Spiele wie Burnout 3, Need for Speed 2, Ghost Recon 2 oder Brothers in Arms. Aber auch Star Wars Battlefront, das sich kaum an Einzelspieler gerichtet hat, sondern von vornherein als Multiplayer-Spiel ausgelegt war.
So gut diese Spiele offline waren, online war das Spielerlebnis oft so dilletantisch umgesetzt, dass sich dem Spieler die Haare gekräuselt haben.
Burnout 3 beispielsweise war ein groteskes Beispiel für eine miese Umsetzung eines Spiels. Kaum etwas funktionierte so wie man es von anderen Xbox Spielen gewohnt ist. Die Freundeslisten geben bis zum heutigen Tage kaum Auskunft über wichtige Details. Immerhin wurden nach Monaten des Wartens die zahlreichen Verbindungsabbrüche ausgemerzt.
Need for Speed 2 konnte eine Spielelobby nur für ein einziges Rennen bieten. Kaum vorstellbar, ob und was man sich dabei etwas gedacht hat.
Ghost Recon 2 "verwöhnte" die Spieler mehrere Monate lang mit einer nicht benutzbaren Freundesliste und bis zum heutigen Tage mit Abstürzen und als Bonus mit der vielleicht schlechtesten Menüführung der Geschichte der Videospiele.
Brothers in Arms war ebenfalls unlogisch und wenig benutzerfreundlich umgesetzt. Von Verbindungsabbrüchen und schlechter Sprachausgabe ganz zu schweigen. Dass die Spielbalance wenig ausgeglichen war, machte das Ganze noch schlimmer.
Star Wars Battlefront schließlich ist das Vorbild, wenn es darum geht, die Sprachverständigung auf ein Minimum zu drücken. Selbst, wenn man nur zu zweit spielt, erinnert die Sprachqualität an uralte Dampfradios aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Eine Lobby, die man zur Besprechung von Spielen benutzen könnte, hat man sich ebenfalls gleich eingespart...
All diese Spiel werden nun in absehbarer Zeit von einem Nachfolger abgelöst. Aber wie soll man als Spieler, der sein Geld nicht zum Fenster hinauswerfen möchte, reagieren? Vielleicht kauft sich diese potenziellen Hits. Vielleicht tut man dies im Vertrauen darauf, dass die Publisher aus ihren Fehlern gelernt haben. Vielleicht lässt man es aber auch sein und überlegt es sich zweimal, denn dass offensichtliche Fehler im Onlinespiel ausgebügelt werden, und das hat uns die Vergangenheit gelehrt, ist keine Selbstverständlichkeit.
Die Gefahr, dass man sich im Herbst wieder übermäßig ärgern muss, weil Spiele vermurkst werden und ohne Qualitätskontrolle auf den Markt kommen, ist sehr, sehr groß. Und plötzlich stellt man fest, dass man sich die 50 bis 60 Euro auch hätte sparen können.
Auf der aktuellen Xbox wird ein gewisser Standard bei der Qualität wohl kaum noch eingehalten werden. Hoffen wir, dass Microsoft die Publisher in Zukunft verpflichtet, wenigstens Spielen für die Xbox 360 eine gewisse Qualität angedeihen zu lassen.
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