Es soll ja Menschen geben, die Xbox Live als zu teuer abtun, die sich dagegen aussprechen, weil es eine monatliche Gebühr kostet, weil man eine Kreditkarte benötigt und weil es von Microsoft ist.
So what! Wie man es schlechter treffen könnte, kann man sehen, wenn man auf einem DOS-Rechner ein Onlinespiel einlegt. Viel schlechter sogar. Nehmen wir als Beispiel
Battlefield 2, ein derzeit ungemein beliebtes und auch packendes Spiel. Dieses Spiel hat alles, was ein Onlinespiel ausmacht. Packende Zweikämpfe, zahllose Fahrzeuge, Hubschrauber, Boote, Panzer und Kampfbomber, die man besteigen kann und mit denen man auf den riesigen Karten den Gegnern einheizen kann. Hinzu kommt eine, auf Highend-Rechnern, grandiose Grafik und krachende Soundeffekte.
Bis zu 64 Spieler liefern sich halbstündige Schlachten, erobern Flaggen, stürmen Basen und sprengen Brücken in die Luft. Ja, wahrlich ein Spiel, das auf Teamplay ausgelegt ist. Genau dafür hat Electronic Arts, der berüchtigte Publisher, der schon so manches Xbox-Live Spiel versaut hat, eine Funktion eingebaut, die per
VoiceOver IP die Unterhaltung untereinander erlaubt. Nur, stöpselt man ein Headset an seine DOSe an, weil man denkt, dort geht es genauso fröhlich plappernd zu wie auf der Xbox, wird man eine herbe Enttäuschung erleben. Totenstille. Nur manchmal kommt ein zaghaftes
"Hört mich jemand?" aus den Lautsprechern. Als Antwort kommt ein ebenso zaghaftes
"Ja, ich kann Dich hören". Und dann herrscht wieder diese nervenaufreibende Stille unter den Mitspielern. Und dann kommt man dahinter: die sind es nicht gewohnt, die kennen es nicht anders, die tippen lieber...
Wenn jemand mit einem anderen Spieler in einem Panzer sitzt und ihm einen Ratschlag oder Befehl erteilen will, dann tippt er es lieber schnell in die Tastatur
Knall ihn ab!...LOL. Auf die Idee, es schnell und einfach per Mikrofon zu sagen, kommt niemand. Selbst wenn, man weiß ja nicht, wer da gerade spricht, denn eine Anzeige wie man sie von jedem Xbox Spiel gewohnt ist, existiert nicht. Taktisches Vorgehen in einer kleinen Gruppe wird dadurch nicht gerade einfach gemacht. Manchmal versteht man sich auch ohne Worte, wenn man etwa mit zwei Kameraden um einen feindlichen Stützpunkt schleicht und aus dem Hinterhalt versucht, diesen einzunehmen. Doch die fehlende Kommunikation untereinander macht es unnötig schwierig.
Sicher, auf Servern, die Clans exklusiv für sich haben und dafür monatlich viel Geld ausgeben, mag das anders sein, doch der durchschnittliche Spieler, der einfach einige Runden spielen will, wird nie erleben, wie es ist, auf einem Server zu spielen, auf dem jeder zur Kommunikation ein Headset einsetzt.
Punkt zwei sind die Freundeslisten. Sie sind nicht da. Im Spiel gibt es eine Liste mit verfügbaren Servern und das war´s. Hat man mit jemandem gut zusammengespielt und würde dies gern auch in Zukunft tun, stehen die Chancen nicht schlecht, dass man diesen Spieler nie wieder sehen wird.
Es fehlt einfach eine zentrale Stelle, die die Verwaltung von Spielern übernimmt. Zwar gibt es da
Gamespy, doch dafür müsste jeder diese Software installieren und sie auch nutzen. Doch ist sie einerseits nicht sehr komfortabel und andererseits muss man dafür das Spiel verlassen.
Nach einigen Tagen
Battlefield 2 merkt man wie gut es ist, Xbox Live zu haben. Freundeslisten, Plappern per Headset, jederzeit auffindbare Freunde und Funktionen zum Versenden von Nachrichten über die Spielegrenzen hinweg. Das ist jeden Cent wert, den man dafür ausgibt. Dies definiert den Begriff
Community vollkommen neu. Erst dann wird man feststellen, dass dieser Schritt von Microsoft eigentlich eine Revolution war und wie gut man es hat als Xbox Spieler...
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Microsoft
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