Als vor ca. einem Jahr Project Gotham Racing 2 für die Xbox auf den Markt kam, hat dieses Spiel die Messlatte für das Online-Gaming sehr hoch gelegt. Nahezu alles funktionierte perfekt und so erfreut sich das Spiel noch immer einer hohen Beliebtheit. Abgesehen von gelegentlichen Inkompatibilitäten zwischen diversen Routern, waren kaum Klagen der Spieler zu hören. Spiele finden, die Freundesliste einsehen, Einladungen prüfen, das alles lief und läuft reibungslos.
Diese Messlatte scheint aber so hoch angelegt zu sein, dass kaum ein Spiel es seitdem geschafft hat, eine ähnlich perfekte Xbox Live Anbindung mitzubringen.
Wer erinnert sich nicht an Splinter Cell 2? Ein aufregender Online-Modus, aber kaum funktionierende Features. Obwohl in einer Lobby nur vier Spieler versammelt waren, konnten sie sich kaum miteinander verständigen. Abstürze, Verbindungsabbrüche und frustrierte Spieler waren die Folge. Ubisoft brauchte endlose Wochen, bis die gröbsten Mängel durch einen Patch behoben waren.
DTM Race Driver 2 war der nächste Kandidat, der durch Peinlichkeiten auf sich aufmerksam machte. Codemasters verkaufte über teure 0190 Hotlines Cheat-Codes. Dass diese Codes auch online funktionierten, schien niemandem bei der Entwicklung aufzufallen. Ein schlechter Netzwerkcode kam hinzu und schon war der Spielspaß am Ende.
Selbst ein Riese wie Microsoft, der Publisher von Project Gotham Racing 2, blieb nicht von solchen Pannen verschont. RalliSport Challenge 2, ein grandioses Spiel, litt ebenfalls unter Cheatern, die mit regelwidrigen Fahrzeugen auf Rekordjagd gehen konnten. Den Cheatern kann man keinen Vorwurf machen. Sie entdecken Lücken, die die Entwickler eigentlich bereits bei der Entwicklung ausmerzen sollten. Auch hier ließ ein Patch endlos lange auf sich warten.
Und was sich Electronic Arts nun bei BurnOut 3 erlaubt hat, sprengt alle Maßstäbe. EA setzt nicht nur eigene Server ein, sie tun das so dilettantisch, dass momentan kaum ein Online-Spiel fehlerfrei läuft. Ob und wann ein Patch herauskommen wird, steht noch in den Sternen. Das Statement von EA, dass man die Probleme und Feedbacks der Spieler beobachten und bei Bedarf weitere Server hinzuschalten will, ist fast eine Ohrfeige ins Gesicht aller Spieler, die online einfach nur ungetrübten Spaß haben wollen.
Man fragt sich, welche Qualitätskontrollen während und nach der Entwicklung durchgeführt werden. Immerhin ist man als Xbox Live Spieler ein zahlender Kunde und darf erwarten, dass ein Spiel auch ohne nachträglichen Patch funktioniert. Warum werden nicht ganz normale Spieler als Betatester eingeladen? Die Entwickler selbst scheinen vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr zu sehen. Der Otto-Normal-Spieler sieht die Bugs und Unzulänglichkeiten auf den ersten Blick. Dass Microsoft nicht energischer auf einem gewissen Grad an Qualität besteht, ist nicht nachvollziehbar, denn letztendlich fallen alle negativen Eindrücke, die durch schlecht umgesetzte Spiele entstehen, fast ausnahmslos auf Microsoft und die Xbox zurück.
Eine Kuriosität am Rande sieht man auf dem Screenshot links. Da EA es den Spielern in BurnOut erlaubt, einem Server einen eigenen Namen zu geben, entstehen solch unfreiwillig komischen Gebilde. Selbst Server mit Namen wie "EA Stinkt" wurden vereinzelt bereits gesichtet. Verwundern kann es nicht...
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