Es gibt Videospielredakteure, die kann man nur beneiden. Einige davon arbeiten für die englische Xbox Website Teamxbox. Sie hatten nun die seltene Gelegenheit, Forza Motorsport anzuspielen. Es war natürlich keine Vollversion und die Entwickler halten sich noch immer mit Details zum Online Modus oder den genauen Angaben zu den verwendeten Fahrzeuge zurück. Aber selbst eine Preview Version dieses Spiels zu testen, kann die Glückshormone schon in die Höhe treiben. Forza Motorsport wurde auf der diesjährigen E3 vorgestellt und geistert seitdem als neue Rennspiel Hoffnung durch die einschlägige Presse. Außerhalb der Entwicklungsstudios hat kaum jemand das Spiel gesehen, aber dennoch wird es bereits jetzt als Gran Turismo Killer gehandelt. Dass an diesen Superlativen etwas Wahres dran ist, das haben die Mitarbeiter von Teamxbox nun selbst feststellen dürfen. Viel durften sie noch nicht ausprobieren, aber das was sie sehen durften, schien sie in helle Freude zu versetzen. Die Fahrphysik und die Möglichkeit des Tunings der Autos sollen eine völlig neue Dimension erreichen. Man kennt das Tuning bereits von diversen anderen Spielen. Man geht in den Shop, kauft sich für seinen Boliden einen gigantischen Spoiler oder bessere Federn und nun hat mehr entweder mehr Abtrieb bei den Rennen oder eine bessere Federung. Ob man diese neu gekauften Teile aber beim Rennen nun wirklich bemerkt oder sich dies nur einbildet, ist eine Frage der Phantasie. Meistens ist es so, dass neue Tuningteile das Fahrverhalten grob verändern. Nicht so bei Forza Motorsport. Dort soll sich jede noch so kleine Änderung am Fahrverhalten bemerkbar machen. Wobei kleine Änderungen nur kleine oder kleinste Wirkung zeigen. Diese Tuningmaßnahmen gehen aber über das bisher Gesehene weit hinaus. Um zum Beispiel das Maximum aus einem Motor herauszuholen, ist es von Vorteil, wenn man ein fundiertes technisches Verständnis von Leistungskurven, Turbinengeometrie und all den anderen technischen Begrifflichkeiten mitbringt. Änderungen beeinflussen sich gegenseitig und um das optimale Tuning herauszufinden, wird man wohl oder übel zum Mechaniker mutieren müssen. Natürlich kann man nicht nur den Motor verändern und tunen. Auch aerodynamische Anbauteile tragen dazu bei, ob man eine hundertstel Sekunde schneller ist als der Gegner. Alle Aspekte, die man an einem Fahrzeug verändern und verbessern kann, werden in Forza Motorsport Anwendung finden. Dabei kann man aus real existierenden Goodies von real existierenden Herstellern wählen.
Ein weiterer Aspekt ist das optische Tuning. Die Fahrzeuge können in allen Bereichen optisch geändert werden. Dabei soll eine Art "Mini-Photoshop" zum Einsatz kommen. Wie in einer Bildbearbeitung soll es möglich sein, eigene Logos, Schriftzüge und Lackierungen zu kreieren. Tausende Varianten sind dabei möglich, damit ist gewährleistet, dass kaum ein Auto einem anderen gleicht. Dem individuellen, einzigartigen Auto steht nichts mehr im Wege. Es dürfte sich ein reger Designwettbewerb entwickeln, wenn das Spiel erst erscheint. Vielleicht wird es dann nicht mehr nur Rennturniere geben, sondern auch eine Art Showroom in dem jeder sei Auto ausstellen kann.
Alles was bisher an die Öffentlichkeit durchgedrungen ist, lässt Forza Motorsport bereits jetzt zu einem der besten Rennspiele aller Zeiten werden. Wenn die Entwickler keine groben Patzer verursachen, dann könnte es wirklich der erwartete Gran Turismo Killer werden. Wann das Spiel erscheint, steht allerdings noch in den Sternen. Vor 2005 sollte man nicht damit rechnen.
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